Mit 40 in Rente? Frugalismus Experte Maximilian Alexander Koch im Gespräch

In dieser Woche hatte ich meinen ersten Gast in der Show: Maximilian Alexander Koch ist Psychologie-Student, Buchautor und Frugalismus-Experte.
Im Checker Talk haben wir diese Woche darüber gesprochen, was es mit dem “Mit 40 in Rente gehen” auf sich hat, ob er als Frugalist auch in den Urlaub fährt und wie viele Kleidungsstücke er in seinem Schrank hat.

 

“Im Prinzip ist es tatsächlich möglich mit 40 in Rente zu gehen. Dabei muss man nicht mal Unternehmer sein und extrem Geld verdienen.”

– Maximilian Alexander Koch

 

Auf alles verzichten und dann mit 40 in Rente?

Robin: Alex, zu Beginn möchte ich eine Frage in den Raum stellen: Müssen wir auf alle Annehmlichkeiten des Lebens verzichten, um dann mit 40 in Rente gehen zu können? Was hat das mit Frugalismus zu tun?

Alex: Im Gegenteil. Beim Frugalismus geht es darum, dass man einen bewussten Lebensstil an den Tag legt, vor allem in Bezug auf Geld und dass man viel spart.
Der Grundgedanke ist in Deutschland vor allem unter dem Begriff “Rente mit 40” bekannt. Sodass man sagt: Ich möchte jetzt nur in den Jobs arbeiten, die wirklich Spaß machen und um mir das zu ermöglichen, muss ich gut mit Geld haushalten, denn dann habe ich nicht diese große Abhängigkeit. Das ist der Grundgedanke. Um das plakativer an die Menschen zu bringen wurde Frugalismus unter dem Motto „Rente mit 40“ bekannt.
Im Prinzip ist es tatsächlich möglich mit 40 in Rente zu gehen.
Dabei muss man nicht mal Unternehmer sein und extrem Geld verdienen. Es reicht bereits, seine tatsächliche Sparquote signifikant zu erhöhen.

 

Rechenbeispiel:
Ich verdiene 3.000€ und spare mtl. 50%, das wären 1.500€. Damit spare ich im Durchschnitt soviel, wie jeamnd, der 15.000€ verdient, denn die durchschnittliche Sparquote liegt in Deutschland bei nur 10%.

So kann ich sogar einen Spitzenverdiener überbieten, was das Sparen angeht

Robin: Das klingt sehr interessant. Wer sich bereits mit dem Thema „Mystery Shopper werden“ beschäftigt hat und vielleicht sogar Mitglied der Checker Academy ist, weiß, dass ich auf das Thema „Sparen“ ebenfalls einen großen Wert lege und jedem empfehle, gleich zu Beginn einen festen Prozentsatz seines Einkommens zu sparen.

 

Frugalismus bei geringem Einkommen

Was würdest du denn jemandem raten, der nur ein sehr geringes Einkommen hat?
Wenn mir mal von einem Nettoeinkommen von 1.200€ ausgehen, wie würdest du da vorgehen?

Alex: Wer tatsächlich von 1.200€ im Monat lebt, ist Sparen sicherlich schon gewohnt, anders kommt man da kaum über die Runden. Sicherlich kann man da immer noch etwas optimieren, allerdings ist das eher ein schlechtes Beispiel, denn die wenigsten verdienen 1.200€.
Was Frugalismus da bieten kann, ist es, das Sparen bequemer zu machen. Die meisten, die von so einem Einkommen leben, werden wahrscheinlich bereits unbewusst frugal leben – allerdings kaum freiwillig. Hier könnte man sagen: Ich kann von 800 – 1.000€ leben, ohne dabei Einbußen zu haben und so das Leben angenehmer zu machen.
Es gibt aber einen großen Irrtum: Frugalismus heißt nicht, ständig zu denken „Wo kann ich noch mehr sparen?“, sondern „Was brauche ich eigentlich wirklich?“
Von diesen authentischen Bedürfnissen gehen wir aus und verbinden diese mit Investitionen.
In dem Fall, dass wir tatsächlich nur 1.200€ hätten, würden wir dann schauen, dass wir trotzdem investieren, sobald wir uns ein gewisses Polster angelegt haben.

 

Ausgaben senken und gleichzeitig investieren

Robin: Wenn ich das also richtig verstanden habe, ist Frugalismus also ein Mix aus Ausgaben senken und dabei immer investieren. Sodass sich das Geld, was ich eingespart habe, folglich vermehrt.

Alex: Genau, da ist „Rente mit 40“ auch etwas irreführend. Es geht eben nicht darum, durch irgendwelche Riskanten Trades riesige Mengen Geld mitzunehmen, sondern langfristig Geld anzulegen und zu sagen: Okay, in 20 Jahren möchte ich ausgesorgt haben, deswegen kann ich jetzt bspw. in ETFs investieren. Da weiß ich, je länger ich dort investiere, desto stabiler wird es im Schnitt. Und desto wahrscheinlicher ist es, da mit Gewinn rauszugehen und irgendwann ist das Risiko nahe Null. Das kann man sich z.B. beim DAX Renditedreieck ansehen.
Und wenn ich bspw. sehr breit diversifiziere und auf das Weltwirtschaftswachstum setze und das schief läuft, dann sind eh‘ alle am A****… Da sitzen wir alle im selben Boot, Banken investieren ebenfalls mit dem Geld, was wir dort anlegen. Es ist mittlerweile so ein riesiges Schiff und bin sowieso dem gleichen Risiko ausgesetzt.
Und da ich diesem ausgesetzt bin, kann ich auch Profit erwirtschaften, den sonst die Bank erwirtschaftet.

Robin: Das klingt auf jeden Fall sehr vernünftig. Über so einen Total-Crash habe ich neulich auch mit Freunden diskutiert, die der Meinung waren, ETFs seien zu riskant. Ich habe ihnen dann versucht zu erklären, dass, wenn der komplette Aktienmarkt so stark einbrechen würde, wir ganz andere Probleme hätten, als dass wir als Kleinanleger dann Verluste zu verzeichnen hätten.

Alex: Selbst 50 % könnte man noch verkraften. Wenn man sich historische Kurse z.B. vom DOW JONES ansieht. Bei der großen Finanzkrise in den 20er Jahren hat es damals 14 Jahre gedauert, bis diese Verluste wieder ausgeglichen waren.
Im Durchschnitt waren es sogar nur 8 Jahre. D.h., wenn wir nur 15 Jahre investieren, sind wir statistisch gesehen immer auf der sicheren Seite und nehmen sogar noch 6-7% Rendite pro Jahr mit. Durch den Zinseszinseffekt ist das eine Menge Geld.

Ab wann nennt man sich Frugalist?

Robin: Das kann ich so nur unterschreiben! Jetzt interessiert uns natürlich, wie du darauf gekommen bist, Experte für Frugalismus zu werden. Wie bist du mit diesem Thema in Kontakt gekommen und was waren deine Beweggründe zu sagen: „Ich werde jetzt Experte darin, bzw. ich richte mein Leben nach dem Grundsatz Frugalismus aus“?

Alex: Erstmal zum Thema „Experte“. Das ist tatsächlich so ein Luxus des Frugalismus. Man denkt häufig „Aha, der ist Experte auf diesem Gebiet und beschäftigt sich den ganzen Tag nur mit Geld“. Das Gute daran ist aber, dass man das quasi am Anfang nur einmal durchziehen muss und am Ende muss man sich mit dem Thema „Geld“ garnicht mehr so viel beschäftigten. Vllt. Evaluiert man jedes viertel Jahr sein Portfolio und schichtet etwas um. Aber man hat vorher das Fundament geschaffen und hat danach keine Geldsorgen mehr.
Jetzt dazu, wie ich dazu gekommen bin. Zum einen rührt das aus der minimalistischen Perspektive her. Besitz verpflichtet und um mehr Besitz muss ich mich auch mehr kümmern. Mittlerweile ist es so, dass immer mehr Dinge und Gegenstände sehr minimalistisch designt sind. Dieser Grundsatz gefällt mir und ich habe bereits früh minimalistische Grundsätze in meinen Alltag integriert.

Dazu ein kleines Beispiel:
Ich hab mir jetzt kürzlich einen Edelstahl-Kaffeefilter geholt, statt Papierfilter zu verwenden. Das rechnet sich zwar erst nach ca. 5 Jahren, aber ich muss dadurch im Supermarkt nie mehr dran denken, noch Kaffeefilter mitzunehmen. Es kommt noch eine weitere Sache hinzu: Ich hatte bisher immer einen Teestrumpf. Da ist es etwas mühselig, den gebrühten Tee jedes Mal aus dem Strumpf herauszupulen. Dann bin ich auf die Idee gekommen: „Moment, der Kaffeefilter ist sehr feinmaschig. Da kann ich doch auch den Tee drin filtern!“ Ich spare mir so sogar noch die „Rauspularbeit“. So kann man Frugalismus spielerisch in den Alltag einbinden und oftmals hat es nicht mal etwas mit Geld an sich zu tun.
Ich selber stamme eher aus der unteren Mittelschicht. Meine Mutter ging halbtags arbeiten und wir hatten nie so richtig viel Geld zur Verfügung, aber ein großes Thema war es trotzdem nie. Schon im Kindergarten habe ich mitbekommen, wie Erwachsene gegenüber Kindern über Jobs reden, wie bspw. „Dann wirst du Astronaut, super!“. Sie meinen das aber selten Ernst und die Kinder dabei ein Stück weit veräppeln. Deren Jobs machen ihnen meist nicht so richtig Spaß, aber sie wollen die Kinder damit auch nicht belasten. Ich habe aber schon als Kind festgestellt, dass Erwachsene untereinander ganz anders über ihre Arbeit reden, als mit Kindern. Und das hat mir regelrecht Panik gemacht. Und ich dachte mir: „Moment, mal, was ist denn die Wahrheit? Wahrscheinlich, wie die Erwachsenen darüber reden.“ Und dachte mir, dass ich als Erwachsener womöglich auch dazu gezwungen sein würde, einen Job zu machen, der mir eigentlich garkeinen Spaß macht und keine andere Wahl habe. Die Realität sieht gottseidank anders aus, aber Unzufriedenheit im Job ist trotzdem ein großes Thema. Und ich dachte mir: „Die Leute, die reich geworden sind. Wie sind sie reich geworden?“ Sie werden kaum alle geerbt haben. Das kam mit 14, 15 Jahren. In dem Zusammenhang habe ich eben oft von „Investieren“ gelesen. Und habe dann begonnen, mich da etwas einzulesen und bin an dieses Thema herangekommen.
Auch hier fand ich die Extremen sehr spannend. In der Investitions-Gemeinde wollten viele einen Lambo fahren, in der Minimalisten-Gemeinde wollten ganz viele durchdesignte Möbel, die mehrere Tausend Euro kosten, bzw. benutzen das gesparte Geld überhaupt nicht, um für die Zukunft vorzusorgen. Und in der Spar-Gemeinde trifft man oft das an, was man sich schlechterdings unter Frugalismus vorstellt.
Und da eben einen runden Ansatz zu finden, der alle diese Themen vernünftig miteinander verbindet, und mit dem man sich wohl fühlt; in diesem Zusammenhang ist immer wieder der Begriff Frugalismus aufgetaucht und ich dachte: „Hey, cool, da gibt es einen Shortcut für!“. Ich muss nicht jemand sein, der auf alles verzichten muss oder mich ins Extreme flüchten, sondern es gibt einen Mittelweg, und der heißt „Frugalismus“, Punkt.

 

Wie viele Kleidungsstücke hat ein Frugalist in seinem Kleiderschrank?

Robin: Das finde ich sehr spannend. Man sieht mal wieder, dass es nicht schwarz oder weiß gibt, sondern, dass es, wie in vielen anderen Bereichen des Lebens auch, auf einen guten Mix ankommt. Da ist mir gerade eine Frage zu eingefallen: Wie viele Kleidungsstücke hast du in deinem Kleiderschrank?

Alex: Das ist ein gutes Thema! Ich gehe mal kurz nachzählen, warte mal. [Geht zum Kleiderschrank] Es geht los: 8 Jacken, Mäntel und Pullis. Dann 6 Shirts, 2 Hemden, 4 Hosen 7 Paar Socken, 5 Unterhosen und 2 Mützen.

Robin: Das ist ungefähr ein Fünftel von dem, was ich im Kleiderschrank habe… Aber ein ganz spannendes Thema, neulich habe ich einen Artikel zum Pareto-Prinzip im Zusammenhang mit Kleidung gelesen: 20% der Kleidungsstücke trägt man 80% der Zeit. 80% der verbleibenden Kleidungsstücke trägt man nur 20% der Zeit…
Hier wäre der erste Ansatz. Brauche ich wirklich alles, was ich im Kleiderschrank habe? Jeder sollte das bei sich mal überprüfen und sich fragen: „Wie oft hatte ich dieses Teil überhaupt schon an?“ Und sich beim nächsten Shoppingtrip eben vorher fragen: „Wie oft werde ich dieses Teil tragen?“
Das wäre doch ein erster Ansatz. Oder wie gehst du vor, wenn du Kleidung kaufst?

Alex: Das hast du schon ganz gut angesprochen. Ein ganz einfacher Trick, um das umzusetzen, ist folgender: Ich mache es immer mit Kleiderbügeln so: Was ich benutze hänge ich die Sachen ganz nach vorne. Und wenn ich etwas einen Monat nicht getragen habe, frage ich: Ist das eine Sache, die man in einer anderen Jahreszeit anzieht? Wenn die Antwort „Nein“ ist, lege ich sie irgendwo beiseite. Und wenn ich sie dann nicht vermisse, spende ich sie oder verkaufe sie.
Das ist wie schon gesagt das Pareto-Prinzip. Und das kann man natürlich auch mit vielen anderen Dingen durchziehen. Man muss natürlich hier auch ein Gleichgewicht finden und sagen: „Ok, hier ist da Schluss für mich.“
Irgendwann kommen einem in diesem Fall auch die Jahreszeiten in den Weg. Da gibt es das Konzept der „Capsule Wardrobe“. Mit diesem System lässt sich die Anzahl der Kleidungsstücke reduzieren, ohne auf etwas verzichten zu müssen.
Generell kann man sagen „Weniger Kleidung gleich weniger Aufwand“ – denn man muss ja so auch weniger Kleidungsstücke waschen, man konsumiert weniger, kauft weniger etc.
Und so kann ich langfristig mein Verhalten ändern, z.B. wenn ich neue Kleidung kaufe. Da stelle ich mir die Fragen: Sitzt es besser? Sieht es besser aus? Wie ist der Preis? Kann ich den Preis rechtfertigen? Kann ich damit ein Kleidungsstück ersetzen, was ich nicht so oft trage?
Wenn die Antwort auf diese Fragen „JA“ ist, dann habe ich auch Spaß daran, neue Kleidung zu kaufen.

Robin: Also Shopping ist ein sehr rationaler Einkaufsprozess bei dir…

Alex: Ja, das macht mir aber auch besonders viel Spaß. Ich kenne viele Bekannte, die irgendetwas kaufen und sich hinterher schlecht fühlen. Und da ist das eben geschilderte eben eine Möglichkeit, das zu umgehen, dass man sagt: Diese Sachen ziehe ich an, und mit denen bin ich auch zufrieden, in denen fühle ich mich wohl. Das wünscht man sich ja generell von Kleidung. Dies aber bereits in den Kaufprozess mit einzubeziehen, dass man hinterher sein Geld gut aufgewendet hat, das ist wieder Frugalismus.

Robin: Das heißt, du bist wahrscheinlich auch niemand, der seine Kleidung dann bei PRIMARK kauft, 1,95€ für ein T-Shirt auszugeben ist da wohl eher kontraproduktiv.

Alex: Nein, absolut nicht. Kleiderkreisel kann ich sehr empfehlen (heißt neuerdings Vinted). Wie sucht man das raus? Ich hab da einige Beispiele. Diesen Gehrock hier, den habe ich vom Second-Hand, der hat 3€ gekostet…

Robin: … ist ein Schnapper!

Alex: Dann diese Lederjacke von Vinted für nur 10€. Und diesen Rollkragenpulli hab ich von C&A ‘runtergesetzt für 2,50€…

Robin: Wahnsinn! Ich rufe dich das nächste Mal an, wenn ich neue Kleidung brauche!

Alex: Man muss natürlich schon ein bisschen suchen und es klappt auch nicht mit allen Kleidungsstücken. Aber ab und an kann man schon ganz gute Deals herausholen.

 

Alex’ frugale Entwicklung

Robin: Sehr cool! Ich habe noch eine weitere Frage an dich. Du hast uns ja schon deine Beweggründe für den frugalen Lifestyle erklärt. Jetzt würde mich interessieren, wie du das erste Mal mit Frugalismus in Kontakt gekommen bist. Wusstest du gleich auch, das heißt Frugalismus oder ist das erst später hinzu gekommen? Wann nennt man sich „Frugalist“?

Alex: Wie schon erwähnt war das eine stückweise Entwicklung, die einige Teilbereiche hatte. Irgendwann ist das alles zusammengewachsen und ich hatte erst auch gar keinen Begriff dafür. Den Begriff habe ich auch nur aus Pragmatismus angenommen, als ich merkte, der geisterte herum.
Vorher gab es ja FIRE. Das muss ich auch kurz erklären. Das kommt aus dem englischsprachigen Bereich und steht für „Financial Independent, Retire Early“, also übersetzt sinngemäß „Finanziell unabhängig, früh in Rente gehen“.
Das gab es lange erstmal nicht in Deutschland. Da dachte ich mir: „Typisch für die Deutsche Herangehensweise an Geld.“ Lange habe ich auch nichts davon in Deutschland mitbekommen, bis ich eine Galileo-Reportage vor etwa vier Jahren gesehen habe. Die war mit Florian Wagner, der ist mittlerweile einer der bekanntesten Frugalisten. Und da habe ich gemerkt: Hey, das ist dasselbe wie FIRE. Und nicht nur das, es geht noch über FIRE hinaus und kommt sogar noch näher an mein Verständnis von FIRE heran – und es gibt dafür jetzt einen deutschen Namen.
Vorher habe ich für geldhelden.org geschrieben, das geht in eine ähnliche Richtung, hatte aber keinen Begriff dafür. Es ist schwierig, den eigenen Ansatz näher zu bringen, wenn man keinen Begriff benutzen kann, oder nur eine Umschreibung verwendet. Wenn ich da mit FIRE in einem Artikel angekommen wäre, dann hätte sich wahrscheinlich kaum einer darunter etwas vorstellen können.
Jetzt haben wir ein recht einfaches Wort, was quasi wie ein Hashtag funktioniert. Darunter können sich auch erstmal wenige Leute etwas vorstellen, aber hier entsteht auch eine interessante Aufgabe: Die Vorurteile, die es gibt, aus dem Weg räumen und darüber aufklären, was Frugalismus eigentlich heißt.
Denn vieles, was mit Frugalismus in Verbindung gebracht wird, ist nicht dem Konzept geschuldet, sondern der Idee von Sparsamkeit in Deutschland – und die soll eben verändert und konstruktiver gemacht werden. Bisher heißt es: „Oh, ich MUSS sparen“. Es sollte aber besser heißen: „Hey, ich KANN sparen, weil es mir generell finanziell besser geht.“

 

Geht ein Frugalist auch feiern?

Robin: Da ist mir spontan eine andere Frage eingefallen. Wenn wir Corona außen vor lassen – wenn du mal in die Altstadt in die Kneipe gehst, du kommst ja aus Düsseldorf. Ist es dann so, dass du deine Getränkeausgaben limitierst oder trinkst du überhaupt nichts, wenn du feiern gehst?

Alex: Ich habe tatsächlich eine lange Zeit aus gesundheitlichen Gründen keinen Alkohol getrunken, sodass das für mich kein Thema war. Diese Sache fällt mir also sehr leicht. Aber die dahinterliegende Frage ist eigentlich: Wie ist es mit Freizeitaktivitäten?
Verzichte ich da auf alles?
Und da schaue ich einfach auch, was ist sinnvoll für mich und wo MÖCHTE ich Geld reininvestieren? Ich mache das aber nicht aus so einem passiven Druck, wie wenn ich eingeladen werde und das Gefühl habe „Ich muss mitkommen, sonst verliere ich da mein Gesicht.“ Ich schaue lieber: Habe ich Bock darauf? Passt das zu meinem Monat? Und wenn ich da Lust drauf habe, dann gönne ich mir das natürlich auch. Ich bin z.B. großer Theaterfan und kann dank einer Kooperation mit der Universität, da ich Student bin, recht günstig in die Vorstellungen gehen. Da könnte man auch wieder sagen: Moment, du hast doch Netflix (das kann man sich ja mit seinen Freundin teilen). Aber eine Theaterveranstaltung ist doch noch einmal etwas anderes, die bleibt anders im Kopf und ich kann sie noch einmal ganz anders genießen.
Sonst gehe ich aber auch sehr gerne mit Freunden im Sommer raus an den Rhein. Wir machen dann manchmal ein Lagerfeuer oder so oder wir kochen mal gemeinsam was.

Robin: Das ist ja auch mal ein Grundsatz, den man sich zum Beispiel nehmen kann: Habe ich überhaupt Lust drauf und passt das jetzt finanziell in meinen Monat? Das finde ich einen sehr vernünftigen Ansatz.

Alex: Das Schöne daran ist, dass meine Freunde genau deshalb wissen, dass ich Lust darauf habe. Und wenn ich sie irgendwohin einlade dann ist das nicht, weil ich das muss, sondern weil ich auch Lust darauf habe. Und dann ist das eben nicht mehr so ein passives „sich gezwungen fühlen“, sondern alle wollen es wirklich.
Ganz oft werden die Freizeitausgaben aber auch maßlos überschätzt. Dass man dann immer vor sich selber rechtfertigen muss, wo das Geld überhaupt hin ist. Häufig führt man das dann auf die Sachen zurück, die sehr erfüllend waren, und das sind eben die Freizeitausgaben. Wenn man dann aber seine Ausgaben und Einnahmen mal aufzeichnet, wird man erkennen: Meistens ist es weniger, als man eigentlich gedacht hat. Wenn man das dann so verteilt, dass diese Freizeitaktivitäten wirkliche Events sind, bei denen man sagt „das war mal ein tolles Wochenende!“, dann ist das gar nicht so teuer.

 

Urlaub als Frugalist – Für 5.000€ ein Jahr durch Asien reisen

Robin: Klar. Wenn man jeden Tag essen gehen würde, laufen die Ausgaben natürlich aus dem Ruder. Und jeden Tag Steak schmeckt nach einer Weile auch nicht mehr… Da finde ich deine Herangehensweise sehr vernünftig. Ich habe noch eine weitere Frage: Ich habe schon herausgehört, dass dir deine Freizeit sehr wichtig ist. Wie sieht also so ein typischer Urlaub bei dir aus? Wie lange machst du Urlaub und wie gestaltet sich eine typische Urlaubswoche bei dir? Machst du da eher Pauschalurlaub oder lieber individual?

Alex: Reisen mache ich tatsächlich sehr, sehr gerne. Ein typischer Urlaub sieht bei mir so aus: Ein Freund sagt z.B.: „Hey, die Flüge nach Rumänien sind gerade reduziert. Da kommen wir gerade für 20€ hin und für 30€ wieder zurück!“
Dann schaue ich auf booking.com nach schönen und ordentlichen Unterkünften. In dem Beispiel habe ich gesehen, dass man für nur 7€ unglaublich schön wohnen kann.
Dann wählen wir spontan eine Route aus und zack, sitzen wir im Flugzeug. Dann versuchen wir uns, dort etwas zurecht zufinden und kaufen bspw. auf heimischem Niveau ein. In den meisten Ländern ist es so, dass es verschiedene Schichten gibt (Unterschicht, Mittelschicht, Oberschicht). Kein Land kann es sich heute leisten, dass jemand verhungert. D.h. es muss immer Optionen geben für Leute, sich sehr günstig zu ernähren. Da ist der große Trick zu sagen: „Ich reise dorthin, wo der Lebensstandard ähnlich wie in Deutschland ist oder besser, wo er darunter liegt.“
Ich bin selbst ein Jahr lang für 5.000€ durch Asien gereist. Das war ein wunderschönes Abenteuer und ich habe für meine Reise sogar weniger bezahlt als ein Jahr Miete mit WLAN und Strom in Deutschland. Es war in vielen unterschiedlichen Ländern, wie Japan, Korea, Hong Kong…

Robin: Cool! Das ist sowieso ein spannendes Thema, wie kann ich so günstig verreisen. Ich z.B. nutze gerne die starke Kaufkraft des Euro in unseren europäischen Nachbarländern. Kürzlich war ich in Tschechien, Polen, Ungarn und Weißrussland. Da merkt man, dass man sich für sein Geld teilweise viel mehr leisten kann als hierzulande. Wenn ich dort z.B. ins Restaurant gegangen bin, kostete das Gericht plötzlich nur 7€. In Düsseldorf hätte man hingegen mindestens 20 dafür bezahlt.

 

Alex‘ größte Meilensteine als Frugalist

Robin: Wenn du mal zurückblickst: Was waren deine großen Meilensteine, die du als Frugalist erreicht hast? Also Dinge, die du ohne Frugalismus nicht geschafft hättest. Ein Jahr für 5.000€ durch Asien zu reisen gehören sicher dazu, gibt es noch weitere?

Alex: Klar, das ist sicherlich das plakativste Beispiel. Ansonsten fallen mir eher ein paar „Meilensteinchen“ ein. Es sind praktische Alltagserfahrungen, wie die mit dem Teesieb. Dadurch, dass ich das bspw. im ganzen Haushalt ähnlich umgesetzt habe, brauche ich keine Spülmaschine. Ich habe nur zwei Teller und zwei Schüsseln und zwei Tassen und zwei Gläser. Hier habe ich das Geschirr so gekauft, dass man alle Gerichte auch in den Schüsseln und sogar den Gläsern servieren kann. D.h. wenn ich einmal Gäste habe (und es passiert relativ selten, dass ich mehr als drei Leute zu Gast habe). Und mit so wenig Geschirr habe ich mir gesagt, ich brauche auch keine Schränke. Ich stelle die Sachen in ein Abtropfgitter und spare mir sogar das Trockenwischen. So fallen die Aufgaben, die man sonst mit dem Haushalt assoziiert auch größtenteils weg.

Ein weiterer Meilenstein ist, dass ich mir meine Zeit frei einteilen kann und größtenteils machen kann, was ich möchte. Ich kann natürlich nicht für die Zukunft vorhersagen, dass es so bleiben wird. Aber dadurch, dass ich im Moment so wenig Fixkosten habe, kann ich auch sagen, dass ich in einem Job halbtags einsteige oder sogar einen sehr schlecht bezahlten Job annehme, ohne dass ich in irgendwelche Probleme komme und ohne, dass ich meinen Lebensstil einschränken muss. Sogar ohne, dass ich denke: „Oh, nein, das funktioniert jetzt alles gar nicht mehr.“ Ich bekomme die Dinge so oder so bezahlt. Da ist man irgendwann auf einem Niveau, dass man selbst vom Mindestlohn leben könnte, ohne dass die Lebensqualität dabei flöten geht. Dadurch fühlt man sich frei und mir persönlich gibt das sehr, sehr viel Sicherheit.

Robin: Das glaube ich! Wie viele Stunden arbeitest du im Moment pro Woche?

Alex: Im Moment studiere ich noch und bereite mich aktuell auf die Prüfungen vor. Hier lerne ich aktuell drei Stunden am Tag. Das muss ich zum Glück aber auch nur die letzten drei Monate vor der Prüfung machen. Davor schreibe ich Artikel oder plane Dinge zum Thema Frugalismus. Und da komme ich auf drei Stunden im Schnitt.

Robin: Ja, das ist ebenfalls sehr überschaubar. Ich denke, da würden sich die meisten Leute freuen, wenn sie mit so wenig Arbeit auskommen würden und trotzdem das Leben nach ihren Vorstellungen gestalten könnten. Das ist in der Zukunft ein Thema, was immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. In den Medien ist es bereits präsent, die sog. Work-Life-Balance und selbst bei den großen Anwaltskanzleien, wo früher öfters 80 Stunden pro Woche durchgeballert wurde, ist es mittlerweile so, dass viele Angestellte das nicht mehr mitmachen. Siehst du da im Frugalismus eine Chance, dieses Thema noch populärer zu machen? Dass es den Leuten dabei hilft, ihr Leben so zu gestalten, wie sie es wollen?

Alex: Absolut! Ich finde, da sprichst du ein super wichtiges Thema an. Ich finde es auch gut, dass du dieses Thema direkt mit Frugalismus in Verbindung bringst.
Vergleichen wir die Zeit, in der wir jetzt leben, mal mit der vor 100 Jahren. Machen wir das auf der weltweiten Ebene. Da war es so, dass die meisten eben ganz, ganz wenig verdient haben. Auch hier in Europa haben die meisten super wenig verdient und musste trotzdem über die Runden kommen, dabei war es aber eine riesige Qual. Und als mehr Geld dazu kam, wussten Leute teils nicht mehr, was sie damit anfangen sollten und haben es halt für Konsumgüter ausgegeben – in der Erwartung: Es gibt mir mehr Lebensqualität!
Der Sprung von „Ich habe einen Mangel, mir geht’s scheiße!“ zu „Jetzt habe ich ein bisschen Geld und kann das für die nötigsten Konsumgüter ausgeben und ein bisschen Spaß haben“, ist ein ganz vernünftiger. Aber da noch weiter zu gehen und den Konsum weiter hochzuschrauben, weil das angeblich noch glücklicher macht, ist ein Irrglaube.
Da gibt es viele Studien zu, die sich anschauen, wie Glück entsteht.
Diese kommen zu dem Schluss, dass wir uns für ein kleines Maß an Glückszugewinn eben ungleich viel mehr Stress aufbürden. Die meisten verdienen eben mehr Geld, damit es später ausgeben können und nutzen das eben als Kompensation.
Man fühlt sich schlecht, weil man den ganzen Tag gearbeitet hat und dann will man sich eben auch belohnen. Wenn man aber weniger hart arbeitet, und das nur zu einem Punkt macht, dass man sagt: „Ich fühle mich als produktives Mitglied der Gesellschaft, habe dabei aber möglichst wenig Zeit eingesetzt, dafür aber mehr Zeit für Freunde und Familie“, dann ist das eine sehr gesunde Herangehensweise.
Man hat festgestellt, dass vor allem der hohe Stresslevel für viele Krankheiten verantwortlich ist. Die WHO hat sich bspw. mit den häufigsten Krankheiten der Industrienationen auseinandergesetzt. Die Statistiken zeigen, dass Stress hier immer die oberen Ränge belegt. Und psychische Krankheiten, wie Depressionen werden dadurch wiederum sehr begünstigt. So ist es auch gut, dass das zunehmend in den Fokus gerät.
Trotzdem ist es natürlich gut, selbst Initiative zu ergreifen und weniger Stress in seinen Alltag zu integrieren.

Robin: Ich denke, oft liegt es an verschiedenen Faktoren. Oft liegt es an der Unwissenheit vieler Leute. Dann wiederum am Mindset, dass sich viele einfach nicht befähigt fühlen, ihre eigene Situation zu ändern. Ich denke, man könnte dem durch Aufklärung entgegenwirken. Wir sind die erste Generation, die auf alle möglichen Informationen jederzeit zugreifen kann, das ist ein großes Geschenk. Dieses zu benutzen, liegt in der Eigenverantwortung eines jeden. Sehr spannend, wie sich dieser Bereich in den nächsten Jahren entwickeln wird. Ich denke, da kannst du dich zu den Vordenkern zählen.

Alex: Naja, das klingt jetzt schon sehr hochtrabend. Da ist die Frugalismus-Strategie doch ein Zusammenführen und ein „Recycling“ vieler anderer Strategien. Der große Verdienst der Idee des Frugalismus ist in meinen Augen der ganzheitliche Ansatz dahinter. Die meisten Menschen beschäftigen sich damit, wie sie Probleme einfach lösen können. Leider spielt dabei selten Geld eine Rolle. Vor allem weil es damit assoziiert ist: Das ist anstrengend und macht bloß noch weitere Probleme. Das können die Experten gut, ich kann das schlecht.
Es geht aber eben nicht darum, dass man sagt: Wer nicht frugalistisch lebt, ist blöd.
Sondern es geht darum, dass man sagen kann: Was sind die Möglichkeiten, dass sich jeder das rausgreifen kann, was für ihn gut ihn. Es geht nicht um eine Doktrin „Das ist der Frugalismus und das ist etwas anderes und das ist schlecht“.
Frugalismus ist ein Werkzeugkasten, aus dem sich jeder bedienen kann und damit kann jeder seinen allgemeinen Lebensstil aufpeppen. Es ist auch nicht so gedacht, dass man ausschließlich nach dem Frugalismus lebt und alles andere aufgibt.
Ein ähnliches Beispiel wäre da ein Lebensstil als Veganer. Da ist es ja auch nicht so, dass ich als Vegetarier oder Veganer mein ganzes Leben damit verbringe, über Tierleid nachzudenken. Sondern das macht sich eben darin bemerkbar, wenn es ums Essen geht.

Robin: Da ist eben auch immer die Frage: Möchte man andere damit belehren oder bietet man seinen Lebensstil an, dass sich jeder das beste heraussucht. Dass man eben sagen kann: „Es gibt dieses Problem und das löse ich persönlich eben durch diesen Lebensstil. Vielleicht ist das ja auch etwas für dich!“
Ich denke, das ist ein besserer Ansatz, als wenn man mit dem Zeigefinger hingeht und (beim Beispiel Frugalismus) Menschen zwingt, Dinge einzusparen und bestimmte Sachen verbietet.

Alex: Ja, das kommt wohl tatsächlich oft so rüber. Aber bei den wenigsten ist das das Anliegen. So ein bisschen denkt sicherlich jeder, er weiß wie das Leben funktioniert. Und das scheint natürlich auch durch, vor allem, wenn man sich dadurch selbst darstellen soll. Da kommt dann: „Ah, du bist der und der. Dann zeig doch mal, was du kannst!“ Aber da ist es wichtig, das ganze differenziert zu betrachten und zu gucken: „Okay, ich möchte jetzt aus dieser Strategie, die ich mir anschaue, einen Nutzen herausziehen.“ Und das eben sehr detailliert für sich klarzumachen. Immer zu schauen, was nützt mir das jetzt?
Mir ist es wichtig, wenn sich Menschen Frugalismus als Lebensweise anschauen, dass sie eben sagen: Wenn ich das jetzt mal wirklich ernst nehme, was kann ich dann konkret für mich nutzen? Und den Rest kann ich immer noch weglassen.
Dass man sagt, die guten Sachen nimmt man mit, und die restlichen können da bleiben, wo der Pfeffer wächst, sozusagen.

Robin: Das ist eine sehr gesunde Ansicht des ganzen. Und da kann sich sicherlich auch jeder mit anfreunden, das so zu behandeln.
Ich persönlich habe während unseres Gesprächs schon wieder viele Sachen entdeckt, wo ich dachte: „Ach, das habe ich immer schon so gemacht im Prinzip.“ Dass das dann eben im Frugalismus enthalten ist, war für mich tatsächlich überraschend.
Ich denke, da geht es unseren Zuhörern ähnlich.

 

Frugalismus und Mystery Shopping – Learnings für die Community

Robin: Wenn du unserer Testkäufer-Community ein paar Learnings mitgeben würdest, welche wären das?

Alex: Das wichtigste ist für mich am Frugalismus, den Gedanken „Zeit ist Geld“ umzudrehen und zu sagen „Geld ist auch Zeit“. Lebenszeit ist eine unglaublich wichtige Ressource und das Medium, auf dem Leben stattfindet. Das ist eine Sache, die jeder von Beginn hat und die kontinuierlich abläuft, und deswegen immer wertvoller wird. Wir müssen die gegen Geld tauschen, um die Qualität des Lebens anzuheben und auf einem guten Level zu halten.
Wie justiere ich also Qualität und Quantität, dass sie gut zu mir passen?
Um das konkret zu machen: Ist meine Lebenszeit mir mein eigener Job wert in Relation zum Geld, das ich dafür bekomme?
Oder umgekehrt: Wenn ich Lebenszeit wie Geld ausgeben würde, wie viel Teil meines Lebens gebe ich gerade weg?
Und da zu sehen: Zeit ist nicht nur dann Geld, wenn ich es gerade eilig habe, sondern Zeit ist auch jedes Mal Geld, wenn ich mit meiner eigenen Lebenszeit zu tun habe.
Wenn man das so einsickern lässt und einem klar wird, was das konkret heißt, dann wird man womöglich seinen Lebensstil ändern und man fühlt sich unterm Strich besser. Also eine positive Herangehensweise zu entwickeln. Das mündet auch in dem Learning, dass man Geld und kluges Geld-Management positiv und konstruktiv sieht.
Mit dem Begriff „Sparen“ kommt man meist in Verbindung, wenn man es tun muss. Und es ist natürlich negativ besetzt, denn dann hat man keine andere Wahl und keine Freiheit. Und das fühlt sich scheiße an.
Das hat also nichts mit Sparen an sich zu tun, sondern damit, dass die meisten eben sparen müssen. Diesen Kontext also auflösen und sagen: „Hey, Sparen kann ich nutzen, um mehr Geld zum investieren zu haben!“
Und damit ermächtige ich mich, im Vorhinein wenig Lebenszeit einzusetzen und nachher mehr Lebenszeit heraus zu bekommen, weil ich dann in zehn Jahren das Geld vermehrt habe und anteilig deutlich weniger arbeiten muss.
Das ist das dritte Learning: Ich kann meine Lebenszeit freikaufen, aber nur im Vorhinein. Wenn ich mit 80 sage, ich hätte gern mehr vom Leben gehabt, dann ist das leider zu spät. Wenn ich jung bin und sage, ich möchte die Freiheit haben, mein Leben selbst zu gestalten und ich brauche erstmal Geld, um diese Freiheit zu erreichen. Desto weniger Geld ich zwangsweise weggeben muss, desto mehr Freiheit habe ich. Und ich kann natürlich immer mehr Geld ausgeben.

Das ist das vierte Learning: Frugalismus zwingt mich nicht dazu zu sagen, ich möchte Geld ausgeben, aber ich mach’s jetzt nicht. Ganz im Gegenteil. Man spart bei den Sachen, die man wirklich nicht braucht. Und die Sachen, die man sich tatsächlich wünscht, wie Urlaub oder Freizeit mit der Familie, die kann man einteilen wie man möchte.

Robin: Cool, das sind spannende Ansichten und Einsichten. Teilweise waren mir die Sachen unterbewusst klar, aber du hast sie noch einmal konkret angesprochen. Sicherlich alles Dinge, die man sich in unserem heute so schnellen Leben öfters ins Gedächtnis rufen sollte, bevor es an einem vorbeigezogen ist. Sehr interessant und spannend, sich da genauer mit auseinanderzusetzen!

 

Frugalismus – Raus aus der Sklaverei – Das neue Buch von Maximilian Alexander Koch

Robin: Jetzt haben wir tatsächlich fast eine ganze Stunde lang gesprochen und ich habe eine Frage: Wenn ich weiterhin mit dem Thema Frugalismus beschäftigen oder auch sofort anfangen möchte, was kann ich da machen?
Da gibt es meines Wissens von dir ein ganz spannendes Buch, oder?

Alex: Ich kann es mal kurz holen. Das ist dieses Buch hier mit dem ganz plakativen Titel „Frugalismus – Raus aus der Sklaverei! Arbeit, Stress und finanzieller Druck fügen Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu.“
Das ist natürlich mit Absicht so gemacht, da sich viele nicht für das Thema Finanzen interessieren. In dem Buch geht es darum, dass ich die Themen, die wir in diesem Gespräch angerissen haben, in kompletter Breite ausführe und konkrete Umsetzungstipps gebe. Ich habe mir gedacht, wenn ich jetzt so ein Buch lesen wollen würde, was müsste darin vorkommen, um das umsetzen zu können?
Ich bin relativ individualistisch und mag solche „Schema F“-Sachen nicht. Deshalb habe ich eine Truhe entworfen und da alle möglichen Sachen hereingepackt, die man adaptiv nutzen kann, um sie dann direkt in den Alltag zu integrieren.
Schauen wir uns das Inhaltsverzeichnis an, dann kann ich das nochmal besser erklären.
Es geht erstmal damit los, was ist überhaupt Lebensqualität, was ist Glück aus psychologischer Perspektive? Wie kann ich Glück herstellen, nach wissenschaftlichen Maßstäben, vor allem, wie kann man sich selber glücklich machen, dass man keine externen Stimuli benötigt. Dass ich nicht sagen muss, ich muss etwas kaufen, um glücklich zu sein.
Dann, wie funktionieren Bedürfnisse und wie ist das Konzept moderner Werbung?
Freiheit und Selbstverwirklichung, der große Zeitraub. Dann den Status Quo hinterfragen, Geld verstehen.
Dann alles über Anlageformen, was sind die Gefahren dahinter.
Wie sieht eine frugalistische Anlagestrategie aus?

Weiterhin: Wie kann man günstig wohnen, wie kann man günstig essen? Wie sieht es mit Verkehrsmitteln aus? Wie sieht es mit Urlaub aus? „Die frugalistische Weltreise“, ist ein Kapitel. Und dazu habe ich ein paar Case Studies eingebaut, wo ich schildere, wie ich nach Japan gekommen bin und dort mit einem Viertel des Durchschnitts-Budgets ausgekommen bin.

Dann natürlich, wie kann man günstig fliegen? Aber auch zur Ergänzung zu der Sache, da viele Leute Fliegen als Sünde ansehen: Wie kann ich nachhaltig leben? Frugalismus und Luxus natürlich.

Und am Ende habe ich noch das Kapitel Frugalismus im sozialen Kontext behandelt. Frugalismus und Familie, Frugalismus und Kinder, Frugalismus und Partnerschaft. Wie bringt man das zusammen? Weil das oft als Problem gesehen wird, was es aber eigentlich garnicht ist. Da habe ich versucht, das sehr gut zu untermauern.

Und ganz am Ende noch der praktische Anwendungsbereich. Da habe ich 50 Frugalistische Gewohnheiten zum Ausprobieren vorgestellt. Die sollen Spaß machen und einfach anwendbar sein.
Dann noch 12 Regeln, die jeder Frugalist kennen sollte. Und dann ein 12-Schritte-Programm, in dem man sein Leben innerhalb von 12 Wochen auf Frugalismus umkrempeln kann.

Robin: Das klingt sehr spannend, ich glaube das werde ich mir auch mal kaufen, tatsächlich. Ich wollte es sogar längst schon bestellt haben… Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen.

Eine letzte Frage: Wo kann man dich finden, wenn man weiter mit dir in Kontakt treten möchte?

Alex: Ganz einfach, gerade wo du die Netzwerke erwähnst. Es gibt die Geldhelden Academy, das ist quasi wie Facebook für finanzielle Bildung. Da habe ich einen Umsetzungskurs gestartet. Wenn man sich mit den 12 Schritten, die ich vorhin erwähnt habe, unsicher fühlt und da noch nachjustieren möchte, kann man das mithilfe dieses Kurses tun. Zu finden hier geldhelden-academy.org/frugalismus

Ansonsten kann man mich einfach auf facebook kontaktieren, wenn man meinen Namen eingibt. Ich trete immer gerne mit Menschen in Kontakt und bin auch jederzeit für einen Rat offen.


Robin: Super! Ich glaube wir machen an dieser Stelle Schluss. Dabei könnte ich noch stundenlang mit dir weiter reden! Vielen Dank an Dich und bis bald!

 

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